Steyr T84

Geboren 1957, erster Laufversuch am 13.03.1957
Nummer E 43.718/L 3477

Ein Steyr T84, Baujahr 1957, hört auf den Namen "Jackson". Warum Jackson, nun sein Besitzer ist ein Fan und Liebhaber der Stadt Jackson in Wyoming, und als alter Cowboy sollte man seinem Pferd auch einen Namen geben. Und so hießt mein Traktor "Jackson".

Ich weiß auch nicht, aber es begann eigentlich.........................

Lange Zeit suchte ich nach einem relativ gut erhaltenen Steyr Traktor, auch ein Porsche oder Fendt wäre mir angenehm gewesen, aber in Österreich gehört nun mal ein Steyr hin. Vor Jahren habe ich dann am Traunsee einen gefunden, und nach und nach bekam er ein neues technisches Outfit.

Im Dezember, Zeit des Stillstandes, jedenfalls für einen Oldi Traktor, nun ja, das Hubwerk sieht so malad aus, die Bremstrommeln wären auch mal zu entrosten, ansonsten sieht er ja gut aus, und er läuft auch gut. Ok, bauen wir mal das Hubwerk ab, die Hydraulik verliert auch ein wenig Öl, bauen wir die auch mal ab, und dann, die eine Hydrraulikleitung, auch nicht mehr so gut, abbauen, woher eine neue nehmen?

Mit Hilfe einer Dose Gösser Bier wurde der Mut größer, dann könnte man ja auch.........und noch ne Schraube, ach ja so geht das, die Felgen sind auch weiß gestrichen, sind jetzt eh ab, neue Reifen wären nach 30 Jahren auch ganz nett, dann also auf, 2 große Felgen mit Reifen und die zwei kleinen Räder in den Renault Scenic, auf zum Technik Center, danke für das abmontieren. Altreifen entsorgen pro Stück 9,97 €. Felgen wieder in das Auto, zur Schmiede in Irdning, sandstrahlen, und auch noch grundieren.

Zwischendurch alle roten Karosserie Teile abmontieren (man wird ja mutiger), wie komme ich jetzt an diese Schraube, wird das auch wieder zusammenwachsen, das Handy klingelt, die Felgen sind fertig.

Schöne Felgen, entfetten, anschleifen, jetzt lackieren, Sandgelb, RAL 1002.

Und siehe da, wird ja ganz ansehnlich, nach dem zweiten lackieren noch Klarlack seidenmatt, prima. Die Firma Huemer in Liezen hat auch die passenden Reifen, nun ja, wie sagt der Kölner "watt nix kos datt es och nix". Will sagen, alles hat seinen Preis, und wenn schon sollte man auch Sinnvoll investieren.

Dann bringen wir doch mal ganz mutig die ganzen Karosserie Teile zum sandstrahlen. Die Teile des Hubwerks habe ich mittels Flex und Zopfdrahtbürste selbst entrostet, grundiert und lackiert, RAL 7023 Betongrau.

Schön beim abmontieren notiert wohin welches Kabel kommt, und bei der Fa. Laimer machte man in Handarbeit ne passende neue Hydraulikleitung, danke.

Jetzt kommt noch die Maschine als solche, lange Überlegungen, hin und her, letztendlich eine Trockeneis-Strahlung, die mich trotz einiger vorheriger Bauchschmerzen überzeugte. Und mit 350,- € nicht zu teuer bezahlt. Die Überlegungen dazu waren, erstens, es sollte in der Heimatlichen Garage erfolgen. Zweitens, es sollte nicht Rückstände "Sand" in allen Ritzen geben, drittens, das Maschinenteil war nicht rostig, es sollte nur der fast 60zig Jährige Schmodder ab und der Lack. Habe in Gmunden eine Firma gefunden, es war zwar laut und schmutzig, aber es gab keine Rückstände außer dem Schmutz, keine Nässe, das Eis verdampft sofort beim auftreffen. 3 Stunden hat die Aktion gedauert.

Danach abwaschen, entfetten, wieder abwaschen, dann mit Mipa 2K-Transparent-Sealer MIPA Härter MS25 tragfähig machen.

Anschließend mit MIPA EP Grundierfiller und MIPA Härter E10 grundieren.

Alles mit Kompressor und Spritzpistole, war keine große Aktion, man wächst mit seinen Aufgaben.

Dann wird lackiert, MIPA AK 231-50 KH Rostschutzfarbe, Dickschicht Korrosionsschutzfarbe RAL 7023 Betongrau mit Mipa Härterverdünnung für Kunstharzlack, ist wirklich passabel geworden, alles natürlich mit Schutzbrille und Atemschutzmaske.

Zwischendurch einige Kleinigkeiten im Internet bestellt, ein Gaspedal, oh Schreck, was solche Teile kosten, eine Kurbel, muss natürlich sein, eine Dichtung für den Tankdeckel.................

Handy klingelt, die Karosserie Teile sind sandgestrahlt und grundiert. Toll, ich komme gleich...............(und auf mich hatte man grade gewartet, in der 80ziger Zone mit 96, so wurde die Fahrt dann mal schnell 50,- € teurer).
Beim sandstrahlen hat man festgestellt, der Tank hat ein kleines Loch. Wir haben dieses dann mit 2 Komponenten Metall geklebt, da es am oberen Rand des Tanks war und lediglich dicht sein musste.

Jetzt natürlich lackieren, auf ein neues, MIPA AK 231-50 KH Rostschutzfarbe, Dickschicht Korrosionsschutzfarbe RAL 3002 Karminrot mit Mipa Härterverdünnung für Kunstharzlack. Ist schön geworden, glänzt nicht so wie manchen Traktoren, seidenmatt.

Zwischendurch, ach ja, ein Mähwerk sollte doch auf so einem Traktor auch sein, nach kurzer Suche habe ich eines gefunden, ein Sonntagsausflug nach Seckau. Passte sogar in den Renault Scenic. Nach dem sandstrahlen und grundieren noch lackieren, Enzianblau, RAL 5010

Das Messer des Mähwerks sollte rostig bleiben, dafür gab es ein spezielles Öl, um es auf gut Deutsch zu sagen, ein Öl um Rost zu konservieren. Klingt merkwürdig, ist aber für manche Teile denen man den gewissen Touch verleihen möchte genau das richtige. Owatrol Öl.

Zusammenbauen, zuerst mal die Räder drauf und raus schieben. Sieht doch schon mal gut aus. Dann Stück für Stück die Karosserie Teile dran schrauben, man braucht so viele verschiedene Schrauben, Splinte, wohin gehörte noch mal dieses Schräubchen? Keilriemen drauf, Kühler dran, und peng......................am oberen Kühlwasserrohr, Gusseisen, ein Stück abgebrochen. So was kauft man nicht einfach so im nächsten Baumarkt, oh ne, da ist Phantasie gefragt. Wozu jibbet Internet? Ein älterer Herr in Niederösterreich hatte so ein Teil, vielen Dank für das zuschicken, inklusive Dichtung und passender Schrauben.

Ok, auf ein neues, Kühler einbauen, alles verdrahten, welch ein Fummelkram, Tank drauf, entlüften, starten, HURRA, er springt an und läuft.................45 Sekunden, töff, tööööööff, Sprit geht aus. Wie das?

Öldeckel ab, Einspritzpumpe beschwören, doch zu funktionieren, noch mal entlüften, Leitung abschrauben an der Düse, durchdrehen mit der Kurbel, es sollte dann an der Leitung Diesel spritzen. SOLLTE!!!!!!!!!!

Nix war, somit war für den Amateur das Thema erledigt, Traktor zum abschleppen besorgt, auf zum Profi, Firma Laimer. Nächsten Tag gute Nachricht, er läuft wieder, er litt unter "Verstopfung" in der Einspritzpumpe. Welch erhabendes Gefühl, mit eigener Motorleistung nach Hause zu fahren.

Und jetzt, verflixt, geht das Bremslicht nicht. Lies sich durch messen mit dem Messgerät heraus finden, beim anschrauben des Sicherungskastens war mir ein Kabel heraus gerutscht. Kleine Ursache, große Wirkung.

Mähwerk dran montieren, zuerst hatte ich ja keinen Dunst wohin mit all den Teilen, aber learning by doing, man wächst mit seinen Aufgaben, und manches ist einfach selbst erklärend. Sieht gut aus, wie er jetzt da so steht, voller Stolz, am Grundlsee, der Traktor Steyr T84 und sein Besitzer.

International, ein Steyr T84 vom Traunsee, gefahren von einem Kölner, beheimatet in Bad Aussee, mit einem Mähwerk ausgerüstet aus Seckau und zieht einen Anhänger aus der Südsteiermark.

Danke allen, die mitgeholfen haben das Werk zum gelingen zu bringen.

Na ja, und all die kleinen Widrigkeiten die es noch gab, die Stunden der Schlaflosigkeit, und letztendlich das Glück, dass außer einer Narbe am Unterarm nix schlimmeres passiert ist in einem Moment der Unachtsamkeit, das ist alles vergessen, es waren nur "Momente" auf einem Weg, der ein Ziel hatte......................................................................

Here comes "Jackson"


 
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